2007
Es regt sich wieder etwas beim fast schon totgeglaubten Patienten ABYSSARIA.
2004 - 2006
Feierte die Band im Jahr 2003 ihr fünfjähriges Bestehen, ließ sie es im darauf folgenden 2004 erstmal ruhig bis still angehen. So gab es im Leben der einzelnen Bandmitglieder neben ABYSSARIA einige Entwicklung zu vermelden, welche die Zeit, für die Band tätig zu sein, merklich reduzierte.
2003
Die Line-up-Querelen hatten Anfang 2003 ein Ende: Mit Nemesis stieß ein neuer Bassist zur Band, der für Aufwind sorgte, da sich die Band nun wieder gefestigt fühlte. Zuvor nur in unbekannten Kapellen zockend, war sein Einstieg bei den im Underground etablierten ABYSSARIA ein gehöriger Motivationsschub. Zu spät kam sein Einstieg allerdings für das Mitwirken am dritten Output ABYSSARIAs. Und auch der Rest der Band war nicht stark involviert: Etwas desillusioniert vom Besetzungs-Wirrwarr und über die Zukunft der Düsterschmiede komponierte Davian die sechs Tracks des im Juni 2003 erschienenen Mini-Albums Architecture Of Chaos alleine im stillen Kämmerchen. Dieser kompositorische Alleingang sorgte allerdings nicht für einen Mangel an ABYSSARIA-typischen Trademarks. Vielmehr wurden die bisherigen Merkmale erweitert und Extreme ausgelotet: So beginnt die Scheibe mit dem selbstbetitelten und schnellsten ABYSSARIA-Song und endet mit der halb-depressiven, halb-hoffnungsvollen Lava-Walze "Licht", die erstmals einen deutschen Text featured. Dazwischen platzieren sich mit dem abwechslungsreichen Düster-Hammer "The Rising" und dem black-metallischen "Before The Dawn" weitere abyssariaeske Nackenbrecher.
2002
Unbeirrt folgte die Band ihrem eingeschlagenen Weg, absolvierte weitere Auftritte (Adrahil half glücklicherweise noch am Bass aus) und organisierte selbständig Festivals: "United In Darkness" hieß die von der Gruppe in Anlehnung an einen Songtitel ins Leben gerufene, drei-teilige Festivalreihe, die Metalfans verschiedener Genres zusammen und der Metal-Szene in Neuss neue Impulse brachte.
2001
Im April 2001 waren genug Songs für das Zweitwerk und gleichzeitig erste Full Length-Album geschrieben, sodass die Gruppe direkt mit den Aufnahmen begann. Das mit All The Dying On Earth betitelte Werk erschien ein paar Monate harter Arbeit später und stellte für die Band den Meilenstein ihres bisherigen Schaffens dar. Eindeutig eine Weiterentwicklung war diese durch eine eigenwillige und apokalyptische Austrahlung auffallende Scheibe, denn in kreativer und spielerischer Hinsicht zeigt sich die Band auf diesem Album weiter gereift und auch der Sound des Albums ist stärker als auf dem Erstlingswerk. Mit diesem Album manifestierten ABYSSARIA ihren Ruf als hoffnungsvolle Newcomer im deutschen Düster-Metal-Underground und heimsten mit diesem Werk sowohl von Fans und Presse größtenteils zustimmende bis euphorische Reaktionen ein.
Ein gutes Zeichen, doch deutete sich eine erste Krise an: Atiscon, der sich auch in gestalterischer Hinsicht für die beiden bis dato erschienenen Scheiben verantwortlich zeigte und die Grundstimmung der beiden Werke exzellent zu verbildlichen wusste, quittierte seinen Dienst in der Band aus persönlichen Gründen und mangelnder Motivation. Die Band trennte sich in Freundschaft von ihm, auch wenn ihr nun wieder ins Bewusstsein schlich, das nach Ersatz gesucht und für Auftritte die Keyboardparts wieder technisch reproduziert werden mussten. Leider folgte Atiscon ein paar Monate später auch Adrahil, der in Ravage, einer rheinischen Death-Thrash-Combo seine persönliche metallische Leidenschaft stärker ausleben konnte als bei ABYSSARIA.
2000
Er stand schon beim ersten Auftritt der Band im Publikum: Val Melkor. Da er nach Auflösung seiner Black Metal-Band Zwielicht ein neues Betätigungsfeld als Gitarrist suchte, geriet er in Kontakt mit ABYSSARIA. Da diese sowieso nach Erweiterungsmöglichkeiten ihres Sounds suchten, war das Neu-Mitglied schnell aufgenommen. So konnte sich Davian insbesondere in der Live-Situation auf seine Solos konzentrieren, während zeitgleich Val Melkors Riffs das Fundament für diese Melodien bildeten.
Monate später gab es eine weitere Umbildung in der Truppe: Atiscon, dessen Rolle als Bassist damals eher aus der Not heraus geboren worden war, plante, wieder an das Keyboard, sein ihm angestammtes Instrument zu wechseln. Die frei gewordene Position am Viersaiter besetzte Adrahil, der ebenfalls wie Melkor Zwielicht entstammte und als geübter Bassist der Band weiteren Antrieb gab.
1999
Vor jeder Ausstellung müssen die ausgestellten Bilder jedoch zunächst einmal gemalt worden sein. ABYSSARIA verwendeten an Stelle von Pinseln natürlich Gitarren und hoben 1999 das (Mini-)Album Beyond The Darklands aus der Taufe. Und es war dunkel. Es war so, wie ABYSSARIA klingen wollten. Und auch wenn die Aufnahme-Erfahrung der Band damals bei Null lag, waren die Mühen groß genug gewesen, um mächtige Songs wie "Unhallowed Reflections" oder "Forgotten Worlds" hervorzubringen.
Bei Null lagen allerdings auch die Live-Erfahrungen der Band. Und so ist dem Schreiberling der Regionalpresse auch seine vernichtende Kritik über den ersten Auftritt der Band beim Neusser Nights Of Evil-Festival nicht zu verübeln. Doch eingebettet in das Billing mit Bands eher traditionellerer Ausrichtung stellten ABYSSARIA für nicht wenige auch eine Art Schockmoment dar. Ähnliche Klänge hörte man in Neuss, der Heimatstadt der Band, zuletzt von Grapes Of Wrath oder Zwielicht, die schon damals nicht mehr aktiv waren.
Alles andere als entmutigt, probten ABYSSARIA weiterhin unablässlich ihre bisherigen Songs und gaben sich an das Schreiben neuer Lieder. Mit weiteren Auftritten wurde die Spielfähigkeit und Live-Erfahrung weiter ausgebaut.
1998
Die Inititalzündung zur Gründung ABYSSARIAs gab im Grunde genommen die Zusammenführung zweier Projekte. Auf der einen Seite stand das Keyboard-orientierte Evignatt-Projekt von Atiscon, der zur gesanglichen Verstärkung die Hilfe von Mephir in Anspruch nahm. Die andere Seite vertrat Davian. Dem Gitarristen, wie seine beiden Musikerkollegen benommen wie fasziniert von den damals aus der Hölle empor schwebenden und mit unglaublicher Intensität zu Werke gehenden Heroen wie Emperor, Satyricon, Cradle Of Filth, Samael oder Immortal, schwebte ein düsteres Metalprojekt vor, für das noch keine Mitstreiter gefunden waren. Da sich alle drei u.a. aus der der zeitgleich agierenden Gothic-Doom-Kapelle Mankind's Elegy kannten, war die Zusammenarbeit schnell besiegelt und ABYSSARIA geboren. Der Bandname, eine Symbiose aus den beiden Wörtern "Abyss" und "Aria", lässt sich frei nach Davian mit "Arie der Unterwelt" übersetzen und war fortan wegweisendes Merkmal für Musik und Lyrik der Gruppe.
Mit drei Menschen lässt sich zwar durchaus eine Band gründen, doch ob der gewählten Oppulenz ABYSSARIAs war diese Zahl nicht ausreichend. So hing sich Atiscon den Bass um, Davian die Gitarre und Mephir sorgte mit seinem bereits damals ausgeprägten Kreisch-Organ für die Verdeutlichung der Lyrik. Keyboard und Schlagzeug übernahm Kollege Computer. Nicht unbedingt freiwillig, denn die bisweilen erfolglose Suche nach menschlichen Musikern für diese Instrumente begann schon damals. Doch zu groß war der Drang der Band, der Außenwelt ihre düstere Tonkunst zu präsentieren und ermutigt von Szenegrößen wie Limbonic Art oder Samael, die beide ebenfalls ohne menschlichen Drummer agier(t)en, wurden erste Live-Auftritte geplant. Ein für das Publikum sicher nicht ganz übliches Bild, dachte das Trio, doch machte es sich auch die Vorteile eines kalten, maschinellen Drummings in Kombination mit warmen Keyboard-Sounds zu Nutze, zumal das gesamte Material von der Band in detailverliebter Klein-Arbeit einprogrammiert worden war und nicht von irgendwelchen Dritt-Produzenten stammte. S.K.